23. Mai 2022

    Naturgewalt

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    lautdenken
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    Naturgewalt
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    In dieser Episode thematisieren Stephie und Lars das Wechselspiel aus Wissenschaft und den Beziehungen der Menschen zu ihrer eigenen wie äußerlichen Natur. Die Folge knüpft an die vorherigen Episoden und das dort diskutierte Beispiel der globalen Lebensmittelindustrie an. An ihr problematisieren die zwei ein verdinglichtes Welt- und Naturverhältnis. Im Streben nach Skalenerträgen und konstanten Produkteigenschaften werden große Ackerflächen monokulturell bewirtschaften und Agrarrohstoffe – Nahrungsmittel, Baustoffe und so weiter – hochgradig standardisiert. Die Pflanzen werden dadurch anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Es ergibt sich, wie Stephie und Lars aufzeigen, eine Spirale aus Gewalt und Gegengewalt: Pilzbefall wird mit Giftstoffen bekämpft. Versauert deshalb der Boden, muss nachgedüngt werden usw.

    Jeder »Sieg« über die Natur ist nur von kurzer Dauer. Jede Durchdringung und Verfügbarmachung von ihrziehen weiteren Handlungsbedarf und Folgeerscheinungen mit sich. Das Verhältnis zur Natur wird immer gewaltvoller. Um aus diesem Kreislauf auszubrechen, müssen wir an die Ursachen vordringen, anstatt nur dieSymptome zu bekämpfen. Das gilt für die den Menschen äußerliche Natur, aber auch für jene Natur, welche die Menschen selbst sind. Denn der Umgang mit der Natur fällt auf uns selbst zurück, zum Beispiel durch Ernährungspraktiken, die zu Fettleibigkeit und einem erhöhten Diabetesrisiko sowie zu Herz-Kreislauf-Krankheiten führen. Auch der Wecker am Morgen oder die Rückenschmerzen am Schreibtisch sind nichts anderes als Ausdruck von Gewalt gegen unsere eigene Natur.

    Um diese und viele weitere Facetten von Naturgewalt kreist diese Folge des Podcasts lautdenken. Stephie und Lars zeigen, welche fatalen Folgen ein instrumentelles Naturverhältnis mit sich bringt, wie unsere innere und äußere Natur miteinander verknüpft sind und wieso der in unserem Denken tief eingeschriebeneGegensatz von Kultur und Natur problematisch ist.

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