Blickwinkel

    Pilotepisode

    In dieser Pilotfolge stellen Stephie und Lars sich und ihr Vorhaben für den Podcast »lautdenken« vor.

    Wider die Sachzwänge

    Wiewohl das Narrativ der Sachzwänge deutliche Spuren in der gesellschaftlichen Organisation der Versorgung mit Kunst und Kultur hinterlassen hat, handelt die Geschichte des Gelingens von OKA nicht von Anpassung oder Einpassung, sondern von reflektierter Tätigkeit. Die eigenen Arbeits- und Geschäftsprozesse reflexiv zu stellen, mitunter gar das Geschäftsmodell zu reformulieren, verweist auf grundlegende Fähigkeiten zur Reflexion und Reflexivität. Trotz der finanziell herausfordernden Situation des Clubs während der Corona-Pandemie, war die veränderte Praxis reflektiert und an einem Sinn orientiert. So wurden beispielsweise konsumistische Konzepte zur Finanzierung verworfen und kategorisch ausgeschlossen.

    Kultur braucht Anerkennung

    Dass die Möglichkeiten der Gestaltung für die heute Stimm- und Machtlosen begrenzt sind, ist kein Zufall. Aber es ist auch keine Notwendigkeit. Es ist Ausdruck von Machtverhältnissen, was bedeutet, dass die (Rück)Gewinnung von Stimme und Macht nicht ohne Widerstand vonstattengeht. Auch die Geschichte des Gelingens, die ich hier erzähle und die davon handelt, wie Deutungsmacht über die eigene Kulturarbeit erlangt wurde, verlief nicht immer reibungslos. Die Barrieren auf dem Pfad der Gestaltung lege ich im Folgenden dar.

    Wie Kultur unternehmen?

    Das Gelingen dieser Praxis ist im Besonderen auf die Arbeit im Kollektiv zurückzuführen. Gemeinsam an den Ideen zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen im Arbeitsprozess, erfordert nicht nur eine offene Kommunikation, sondern auch Fähigkeiten des Verständigens und eine tolerante Fehlerkultur. Für Wiete Sommer erzeugte dies einen Flow, der sie durch das Projekt getragen und ihr gezeigt hat, dass sie nicht mehr anders arbeiten möchte. Auch die bereits zuvor gesammelten Erfahrungen der einzelnen Akteur*innen waren essenziell für die gemeinsame Arbeit.

    Virtuelle Räume der Begegnung

    Über die Umnutzung in eher konventionellen Formaten hinaus wurden auch grundlegend neue Wege in der digitalen Versorgung mit Kunst und Kultur angedacht, erprobt und realisiert: »Und daher ist dann zum Beispiel auch die Idee entstanden, dass Josh den virtuellen Raum sich fördern lassen hat über den ›Fonds Soziokultur‹. Und dieser virtuelle Raum ist jetzt ein Ort der Begegnung, an dem sich die Personen treffen können. [...] Es werden Sets aufgenommen, die werden dann über den Screen abgespielt und die Smileys können sich gegenseitig angucken und kommunizieren. Das ist so eine erste Möglichkeit, um einfach wieder den Club in das Gedächtnis der Leute zu rufen.«
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