Essays

    Enteignung, Wohnkrise und Demokratie

    Der Kampagne Deutsche Wohnen & Co. Enteignen ist es gelungen, die Enteignung von Unternehmen wieder salonfähig zu machen. Wie war das möglich, wo doch sonst direkt der Sozialismus gewittert wird? Enteignung als Lösung der Wohnkrise Die Wohnungssuche in den deutschen Großstädten ist ein leidiges Thema. Damit mussten wohl viele schon Erfahrung machen. Das...

    Abhängigkeit abschütteln

    Es beginnt Mitte der 1980er-Jahre im beschaulichen Freiburg. Getrieben von der Überzeugung, dass eine nachhaltige Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung hochwertiges, pflanzliches Protein braucht, beginnt die Gelingensgeschichte von Taifun Tofu. Seit mehr als 30 Jahren tüftelt die Freiburger Unternehmung an hochwertigen Tofu-Produkten. Regional angebautes Bio-Soja wird gemeinwohlorientiert und CO2- neutral in der Mitte...

    Quo vadis, Kultursektor?

    Die geteilte Deutung der COVID-19-Pandemie initiierte bei den Musikunternehmungen eine Reflexion, die wiederum veranlasste, neue Praktiken zur Gestaltung einzubringen. Diese Übernahme von Verantwortung ging mit dem Anliegen der Qualifikation durch die Akteur*innen selbst und damit dem Versuch einher, die Situation zu gestalten.

    Möglichkeitssinn und Zukunftsmusik

    In der Krise wurde dabei laut des Interivewpartners vorgeführt »was für eine Gesellschaft relevant ist und was nicht« (Interview JazzLab). Die niedrige Wertschätzung ist in diesem Kontext auch ein Hintergrund der Fragilität des Kultursektors. Die Auswirkungen dieser Krisenanfälligkeit bekommen die Kulturakteur*innen nun zu spüren. Gleichzeitig führt die Reflexion zu einem neuen Selbstbewusstsein, einem Verständnis darüber, dass es nicht egal ist, dass es die Institutionen gibt.

    Über die Rechtfertigung

    Mit dem Dürfen neuer sozialer Praktiken thematisiere ich, wie die Akteur*innen diese veränderte Praxis legitimieren und wie eine solche Legitimierung mit anderen Akteur*innen verhandelt und kommuniziert wird. Rechtfertigungs- und Kommunikationsmuster: Bei der Entwicklung neuer Praktiken gibt es oft ein initiierendes Moment, an dem sich eine Diskussion über die richtige Handlungsweise anschließt. Teilweise spielen dabei akteursspezifische Kommunikationsmuster eine wichtige Rolle, beispielsweise die Kommunikation im Plenum innerhalb eines Kollektivs. Durch die Kategorie Rechtfertigungsmuster erläutere ich ihre Legitimierung und Delegitimierung. Es fällt auf, dass die neuen Praktiken widerspruchsvoll sind und durch verschiedentliche Formen der Legitimation begründet werden. Diese Ambivalenz betrifft beispielsweise den Einsatz von Digitaltechnologien: Auf der einen Seite wird er mit der Möglichkeit der institutionellen Zweckerfüllung unter Pandemie-Bedingungen begründet. Auf der anderen Seite werden negative Folgen wie die Beeinflussung kultureller Inhalte und der Ausschluss von Mitgliedern der Institution delegitimierend angeführt. Im Fall des Kollektivs fand eine Debatte darüber statt, inwiefern digitale Formate dasjenige Gemeinschaftselement transportieren, für welches das Kollektiv stehe.
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    Haferdrink aus dem Hunsrück

    Gemeinsam mit ihrer Schwester Maria steht Johanna Daubner mitten im Aufbau des Start-ups vonhanni. Die Idee: Ein regionaler Bio-Haferdrink aus dem Hunsrück.

    Traut Euch: experimentiert!

    Gute Arbeitsbedingungen gestalten und erproben – das will die minhafaktur eG schaffen und hat dafür eine alte Lagerhalle im Kölner Stadtteil Poll bezogen. Diesen gestaltet sie um zu einem Möglichkeitsraum für Begegnung, interdisziplinären Austausch, Vertiefung individueller Interessen, Kreativität und kooperative Wirtschaft: ein Experimentierraum an der Schnittstelle von Werkstatt, Atelier und Freiraum, im Kontext von Gemeinschaft und Grundprinzipien der Kooperation.

    Naturgewalt

    In dieser Episode thematisieren Stephie und Lars das Wechselspiel aus Wissenschaft und den Beziehungen der Menschen zu ihrer eigenen wie äußerlichen Natur. Die Folge knüpft an die vorherigen Episoden und das dort diskutierte Beispiel der globalen Lebensmittelindustrie an. An ihr problematisieren die zwei ein verdinglichtes Welt- und Naturverhältnis. Im Streben nach Skalenerträgen und konstanten Produkteigenschaften werden große Ackerflächen monokulturell bewirtschaften und Agrarrohstoffe – Nahrungsmittel, Baustoffe und so weiter – hochgradig standardisiert. Die Pflanzen werden dadurch anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Es ergibt sich, wie Stephie und Lars aufzeigen, eine Spirale aus Gewalt und Gegengewalt: Pilzbefall wird mit Giftstoffen bekämpft. Versauert deshalb der Boden, muss nachgedüngt werden usw.

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    Echter Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft ist möglich – und er...

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    Organisationen ersticken in Routinen und auch bei der Transformation der Gesellschaft stauen sich Tag für Tag Handlungen auf. Obwohl im Grunde alles geklärt ist: Erfordernis, Beteiligte, Optionen, Konzepte. Eigentlich könnte es losgehen, denken wir. Falsch gedacht – so richtig Fahrt nimmt die Transformation nicht auf. Wir stecken im Handlungsstau fest. Wie es dazu kommt und was wir dagegen tun können, davon handelt die neue Folge lautdenken.