Nico Berthold

    7 BEITRÄGE

    Ungewisse Zukunft des Kultursektors

    Der zur Eindämmung der Corona-Pandemie einberufene Lockdown traf den noch jungen Club im Jahr 2020 im Kern des Geschäftsmodells. Veranstaltungen im Club waren nicht mehr möglich. »Am Anfang war es ein ganz schöner Schock« (Interview Sommer), schilderte meine Forschungspartnerin Wiete Sommer: »Bis die Clubs wieder öffnen können, das war schnell ersichtlich, wird ganz viel Zeit und Energie vergangen sein. [...] Und da ist die Frage natürlich: Wie kann sich ein Club in dieser Krise überhaupt am Leben halten, wenn er pro Monat 3.000 bis 4.000 Euro an Kaltmiete zahlen muss? Das muss ja alles reinkommen. Und der Club agiert einerseits als UG. Das heißt, dass er durch die Partys sehr viel Kohle und Geld generiert [...] und über den e. V. machen wir halt so ganz viele künstlerische Dinge.«

    Leere Tanzflächen und geschlossene Theater

    Das gesellschaftliche Leben ist vielerorts durch die Corona- Pandemie in kurzer Zeit auf den Kopf gestellt worden. Soziale Interaktionen, die zuvor essenzieller und mitunter existenzieller Bestandteil unserer Lebensgestaltungen waren, wurden plötzlich zu potenziellen Infektionsquellen. Was zuvor das Leben förderte, drohte nun mit Lebensgefahr, zumindest für einige Teile der Gesellschaft. Medial vielbeachtet waren die Probleme, welche auftraten für den wirtschaftlichen Teil unseres Zusammenlebens. Seine vermeintliche Abhängigkeit von Wachstum und Sachzwängen konnte plötzlich die tagtägliche Reproduktion nicht mehr wie selbstverständlich gewährleisten. Besonders betroffen und gefährdet waren und sind jene Sektoren, welche auf menschliche Nähe und Interaktion angewiesen sind. 
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